RIP Brunhilde

19. November 2009

Yeah, ich hab es nun geschafft Brundhilde an den Mann zu bringen. Der Mann, Laurrie,  ist mitte 60 und will mit seinem Van die Welt sehen, dafür braucht er das Dach. Am letzten Wochenende ist Laurrie gekommen, er hat sich Brunhilde genau angeschaut und in den Kaufrausch gestürzt.

Heute war dann also der Tag der letzten Stunde. John kam mit einem Kollegen, auf dessen Unterlippe ein unheimlich tiefgründiges „fuck you“ tatoowiert ist. Ich denke mir also, super sie werden Brunhilde also doch abschleppen und ich muss nicht nach Toronto fahren. Nix da. Das Dach soll noch auf der Farm halb abgetrennt werden und ich später zum nächsten Schrottplatz fahren. Nach einer längeren Diskussion, die für mich lukrativ endete, habe ich mein Einverständnis erklärt.

Die beiden haben also den Nachmittag damit verbracht Brunhilde den Rest zu geben. Als sie dann endlich fertig waren und ich sie starten wollte, streikte Brunhilde und wir mussten sie schwer dazu überreden, mir noch diesen Dienst zu erweisen. Mit einem halb abgesägten Dach ging es nun zum Schrottplatz, den wir mit einem größeren Umweg erreichten, toll das in sich Canada sich die Straßennamen zwischen den Städten wiederholen.

Die Transplantation wurde vollendet, das Dach war richtig schwer und musste auf den Johns Van gehieft werden.Leider hatte ich keine Kamera dabei, denn dieses Bild war schon einmalig.

Auf der Farm ist die Finale Woche angebrochen, zusammen mit Doug und einem Schreiner baue ich ein kleines Gartenhaus als Sommer Domizil aus, was wirklich einen großen Spaß macht.

Bis dann.

Update

31. Oktober 2009

Die letzte Woche hat nicht viel neues gebracht. Ich habe mich hier eingelebt und geniesse weiter die Zeit. Es passiert hier nicht viel, dem bin ich allerdings nicht undankbar, so kann ich viel Zeit meinen Gedanken widmen.

Mein Flieger geht am 22.11. nach London, wo ich dann einen halben Tag, auf den Flieger nach Frankfurt Main warten muss. Ich komme Abends in Frankfurt am 23.11. an.

Wer findet die Eule?

Neuseeländisch

21. Oktober 2009

Seit Freitag wohnt und arbeitet Douglas, ein Neuseeländer, noch hier auf der Farm. Er reist schon 10 Jahre durch die Welt und hat dementsprechend viele Stories zu erzählen. Am Wochenende haben wir dann auch mal die hier gelengende Partyszene ausgecheckt, viel Party gibts hier nicht, dennoch haben wir ein paar junge Leute in einem sehr geilen Pub kennen gelernt, mit denen wir in den nächsten Tagen was machen.

Das Arbeiten ist deutlich Abwechslungsreicher geworden, die Stunden verfliegen nur so. Für mich geht es Morgens allerdings eher schleppend los, wenn ich meinen Espresso vergesse zu trinken.

Douglas erzählt mir immer wieder von den schönen Seiten Australiens und Neuseelands. Ich habe mich unterdessen dafür entschieden Ende November nach Australien zu fliegen. Da Frankfurt der Dreh und Angelpunkt vieler Flüge ist, werde ich wohl einen Einwöchigen Zwischenstopp vom 23.11.  bis ca. 1.12. in Schlitz einlegen. Es gibt also ein Wiedersehen, bevor ich dann zwei Monate in Australien / Neuseeland verbringe.

Der Van verkauft sich leider sehr schlecht, bis auf eine Fakeavance habe ich noch nichts bekommen.

Kommt Zeit dreht Rad

14. Oktober 2009

Es ist nicht viel passiert in der letzten Zeit, ich genieße weiterhin die positiven Seiten der Zivilisation.

Am Sonntag war Thanks Giving, ich habe das essen mit Hilfe zubereitet. Das Essen fand bei Catherine statt, in den freien Minuten wurden Autorennen, die der anwesende Bruder Catherines gewonnen hat, angeschaut. Außerdem unterrichtet ihr 94 Jähriger über erste Flirtversuche, auf dem Dach stehende Autos und sonstige Anektoden seines Lebens. Es war also leider nicht ganz so spannend, wie man es sich wünscht.

Meine freie Zeit, davon hab ich reichlich, nutze ich dazu den Handstand zu üben und von Spannenderem zu träumen. Es ist also im großen und ganzen mir etwas zu oft langweilig. In den nächsten Tagen werde ich genug zu Arbeiten haben, damit keine Langeweile aufkommt. Am Freitag kommt dann wohl ein arbeitswilliger Neuseeländer. Ich werde am Abend auf ein Konzert gehen.

Catherine hat mich am Freitag ins Kino eingeladen, wir waren zusammen in einer Teenie Komödie, die vor allem sie sehr lustig fand.

Das klingt jetzt alles ziemlich langweilig, aber das könnte natürlich damit zusammen hängen, dass in den letzten zwei Monate nicht mal nen Sekündchen Langweile aufkommen wollte, sodass ich doch jetzt etwas verwöhnt bin. Es gibt hier schon viel zu lachen und zu erleben. Heute hatte ich meinen ersten Kontakt mit den Bienen der Farm, ich hab es lieber ruhig angehen lassen, während Catherine mir aufgezeigt hat wie gelassen man einem Schwarm Bienen gegenüberstehen kann.

Einen Käufer für den Van habe ich eventuell auch gefunden. Mit dem ihm habe ich nur email Kontakt, er will für seine Bruder einen Van kaufen. Mir kommt das ganze ein wenig kurzfristig vor, nach zwei Emails will der Typ schon jetzt das Geld auf mein Paypalkonto zu überweisen. Ich finds ja dämlich von ihm, aber bremsen will ich den Mann nun auch nicht 😉

Peppers

8. Oktober 2009

Die letzten Tage waren von Arbeit und einleben in die neuen Lebensumstände geprägt. Wie gesagt hab ich schon so ein bisschen glück mit meiner neuen Arbeitsstelle. Ich lebe in einem ziemlich großen Haus, mit Swimmingpool und alles was so dazu gehört. Das Haus gehört er einer Freundin, der eigentlich kontaktierten. Sie leben beide hier. Catherine, also die dich als erstes kontaktiert habe, arbeitet als Psychologin und hat eine etwas größere Farm. Nebenbei ist sie dabei eine Wohltätigkeitsorganisation, die Artbank, zu schaffen. Sinn ist, dass Kunst verstorbener Künstler darin eingezahlt wird, wodurch ärmere Künstler unterstützt werden sollen. Sie muss viel rumfahren und sich mit wichtigen Leuten treffen, ist schon sehr interressant sowas so nahe zu erfahren. Catherine vermietet ihr Haus, um das Projekt finanzieren zu können.

Joan ist in Rente und reist durch die Welt und versucht ihren Teil für eine bessere Welt beizutragen, indem sie sich für die Trinkwasserversorgung in der dritten Welt kümmert.

Ich arbeite hier erstmal im Garten Joans wozu auch circa 30 Apfelbäume gehören. Außerdem helfe ich Catherine ein wenig bei dem Aufbau der Organisation, vor allem mit Computerzeug.

Teilweise bin ich für mehrere Tage allein in dem Haus, Joan ist bald wieder mal für 3 Wochen in der Welt unterwegs.

Mir macht das hier alles großen Spaß.

Torontos Bilder

5. Oktober 2009

Hier noch die Bilder die in der letzten Woche entstanden sind. Ich hab momentan Probleme mit Worpress. Die Bilder werden halbiert, einfach nochmal drauf klicken, dann habt ihr sie in ganz groß.

Wenn irgendjemand ne Ahnung ist was da los ist, schreibt mir.

Torontos Trennung

5. Oktober 2009

Die letzte Woche war die letzte Woche eines wunderschönen Trips durch Canada, der unglaublich vielschichtig war. Leider war es auch die letzte Woche für Jule und mich. Jule ist Gestern wieder in den Flieger nach Deutschland gestiegen, jetzt sind es noch Monate bis zum nächsten Wiedersehen, was mich natürlich nicht wirklich glücklich macht. Gestern Abend war schon sehr hart für mich, so ohne Jule einzuschlafen und in gedanken ständig bei ihr zu sein.

Die Woche in Toronto war unglaublich interressant. Die ersten Tage haben wir damit verbracht die Art Gallery of Ontario (AGO) und das Bata Shoe Museum zu erkunden. Im Bata sind besondere Schuhe ausgestellst, Schuhe der Ureinwohner waren ebenso vertreten wie Winston Churchills oder Terry Fox‘ Schuhe. Terry Fox ist für mich eine unglaublich beeindurckende Persönlichkeit, nachdem er durch Krebs ein Bein im Alter von 18 Jahren verlor entschloss er sich Geld für die Krebsforschung zu sammeln, in dem er per Fuß Canada zu durch queren. Er ist mit die bekannteste Persönlichkeit Canadas.

Die AGO bietet Kunst aus Afrika, Kanada und vielen anderen Ländern der Welt. Unter anderem ließ sich Picasso finden. Sie ist sehr vielfältig und hat uns beiden sehr gefallen. Außerdem konnte ich Nachtaufnahmen Torontos machen, mal sehen ob die was geworden sind.

Tagsüber ging es viel durch Toronto, da das Wetter nicht so war haben wir uns eher im unterirdischen Systems Torontos aufgehalten. Geparkt hatten wir den Van einem in einem sehr sicheren Wohnviertel, nichtsdestotrotz haben wir die Unliebsame Bekannstschaft mit einem Mann gemacht der mal den “ Rost checken “ wollte gemacht. Er stand zwanzig Minuten vor dem Van, ohne das wir es bemerkt haben. Nachdem Jule jemanden am Fenster gesehen hatte, bin ich dann doch mal raus und hab den Typen zu rede gestellt.

Am nächsten Tag hatten wir dann nocheinmal Herzklopfen, als vor dem Van jemand unbedingt etwas tun sollte. dass er dann doch nicht wollte, was eine längere Diskussion der Typen zur Folge hatte. War schon ein wenig eine mulmige Situation.

Abends waren wir einmal richtig schön in einem italienischen Restaurant essen. Die Atmosphäre war super und die Pizza göttlich. Am letzten Abend ging es dann noch in einer Bar Cocktails trinken um dann völlig fertig ins Bett zu fallen.

Der Trip hat einen riesen Spaß gemacht, darin sind Jule und ich uns einig. Nochmal brauchen wir allerdings soviel Standort wechsel nicht, das macht die Sache dann nämlich doch sehr sehr anstrengend. Aber dieses Minus ist natürlich nur ganz klein. Im Gegensatz zu Riesen Plus.

Zwischendurch haben wir auch meine neue Arbeitgeberin getroffen. Ist eine unglaublich nette und offene Dame. Heute war ich mit ihr und ihrem Vater bei einem Autorennen ihres Bruders.

Ich liege hier grade in einem Bett, neben mir steht ein Fernseher so groß wie ein Wohnzimmertisch. Das Haus beherbergt unter anderem einen Swimming Pool, der aber wohl im Winter nicht benutzt werden kann und eine riesen Küche. Ich fühle mich als hätte ich den Arbeitsplatzsuche Jackpot geknackt. Täglich duschen ist auch wieder drin. Das Haus ist riesig und super schön eingerichtet. Für die Arbeit werde ich weiterhin bezahlt, außerdem muss ich nicht mehr im Van leben, den werd ich dann auch so schnell wie Möglich verkaufen. Er springt ab und zu nicht mehr an, außerdem macht er nicht wirklich beruhigende Geräusche während der Fahrt, aber immerhin hat er uns diesen Trip geschenkt. Einmal Canada, das zweitgrößte Flächenland der Erde, durchquert. Das war der Hammer! Danke Jule.

Niagara Falls

28. September 2009

Nach einer ziemlich stressigen Autofahrt durch den Großraum Toronto, Kanadier überholen auch auf dem Highway grundsätzlich egal ob rechts oder links, sind wir bei den Niagara Falls angekommen. Diese haben uns durch ihre Gewalt ziemlich beeidruckt, sie geben einen Eindruck vom Ende der Welt 😉 Natürlich waren wir nicht die einzigen Besucher, die Atmosphäre ist nicht mit den idylischen und gleichfalls gewaltigen Wasserfällen in den Rocky Mountains zu vergleichen.

Die Stadt Niagara Falls ist wohl am ehesten mit Bling Bling Las Vegas zu vergleichen, oder auch Prämienmarkt ein ganzes Jahr, nur ein bisschen größer.

Am Abend ging es dann noch ins Casino, wir konnten unseren Einsatz im Laufe des Abends verdoppeln, um uns rum wurde ständig Geld verloren und vor allem bei den Black Jack Spielern stand die Sucht ins Gesicht geschrieben.

Am nächsten Tag ging es dann mit dem frisch gewonnenen Geld shoppen. Allerdings in Outlet Stores, für Boutiquen hat es unerwartet doch nicht gereicht.

Nun sind wir in Toronto und genießen unsere letzte Woche hier zusammen. Die Angst vor dem Abschied ist schon jetzt zu spüren.

Reinkarnation

23. September 2009

Noch 180 km nach Toronto, leider ist damit auch unser Ziel schon erreicht.

Erstmal waren wir noch am Lake Superior unterwegs und haben die Abende am Ufer genossen. Die Farben des Abends waren beeindruckend und wirklich schön. Endlich sind wir auch dazu gekommen den Grill auszuprobieren, den Jule mir zum Geburtstag geschenkt hat.

Wir standen auf einer Klippe, auf der es Nachts sehr windig und kalt werden konnte.

Jules Geburtstag stand in der letzten Woche ebenfalls an, leider war das Wetter nicht so blendend, sodass wir den Tag im Kino, Van, in Stadt und beim Wein verbracht haben. Haben Mittags ziemlich geil gekocht, also unserer Meinung nach. Das Experimentieren lohnt sich bei solchen Köchen immer öfter.

Nun sind wir 300 km weiter und genießen das Sommerwetter an der Georgia Bay. Heute waren wir in einem Schwimmbad, da wollen wir uns dann auch gleich nochmal in den Hot Tub und die Sauna legen.

Die große Fahrt

16. September 2009

Nach einer weiteren steilen Wanderung in den Rocky Mountains zum Jakeroy Glacier haben wir die größte Strecke der Reise in Angriff genommen. Zunächst einmal ging es für ein paar Tage nach Calgary, eine weitere hoch moderne Stadt, die mitten im Bauboom steht. Wir waren viel shoppen, was vor allem Jule glücklich gemacht hat, und haben uns Downtown näher angeschaut.

Dann ging es weiter nach Thunder Bay, was schon in Ontario liegt. Also auf der anderen Seite Kanadas, so mussten wir 4 Tage durch die Prärie fahren bis wir in Thunder Bay angekommen waren. Die Prärie ist sowas von langweilig, vom Reiz der Weite kann man beim Stundenlangen Autofahren nicht lange zerren.

Dennoch gab es auf der Fahrt einiges zu tun. Wie gesagt habe ich mich als Bikeguide in Bolivien beworben. Der Veranstalter hat sich mittlerweile gemeldet und mir einen scheinbar nicht enden wollenden Fragebogen geschickt, es kostete mir zwei Tage alle Fragen zu beantworten. Jetzt warte ich mal wieder auf eine Antwort.

Des weiteren hab ich mich bei einer Farm, die ein Restaurant unterhält http://www.wildrosefarm.ca/, beworben und kann da ab Oktober auch wieder arbeiten. Somit ist meine Zukunft hier in Kanada erst mal gesichert. Natürlich würde ich mir wünschen, dass ich eine Zusage aus Bolivien erhalte.

Momentan fahren wir an der Küste des Lake Superior, dem größten Süßwassersee der Welt. Der Grundwasservorrat des Sees deckt 10 % des weltweiten Aufkommens. Noch 1500 km bis nach Toronto.